Ästhetik

Sicherlich können keine allgemeinen Gesetzmäßigkeiten ästhetischer Bewertungen geschrieben werden. „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“, heißt es, obwohl doch sehr oft darüber gestritten wird.

 

Dennoch ist es wohl kein Zufall, dass die Fleischtheken und Fleischprodukten uns im Regelfall ein Produkt zeigen, welches kaum an das einstmal gelebte Tier erinnert und welches ohne Blut, Adern, Organe und Darminhalte auftritt. Viele Menschen würden Ekel bei der Vorstellung erleben, direkt und ohne Umweg über die das Erscheinungsbild verändernde Verarbeitung tote Körper oder Körperflüssigkeiten zu verzehren. Kaum wird ein solcher Ekel vor Pflanzen beschrieben.

 

Der Verzicht auf den Konsum der Körperteile von Tieren, die im wahrsten Sinne des Wortes letztlich Leichenteile sind, wird daher von vielen Vegetariern als ein unmittelbarer ästhetischer Gewinn erlebt. Umso stärker erleben Veganer den kompletten Verzicht auf Tieprrodukte oftmals als besonderen ästhetischen Gewinn. Denn auch Milch und Eier stellen Körperprodukte dar, die als Sekrete (Milch) oder Menstruationsprodukte (Eier) bei vielen Menschen ebenfalls zu Ekelprozessen führen, zumal wenn berücksichtigt wird, dass zahlreiche Verunreinigung, wie z.B. Eiter, mitenthalten sind, auch wenn sie nicht direkt erkennbar sind.

 

Fleischessende Menschen, auch Omnivoren oder Mischköstler genannt, nehmen oftmals aufgrund ihrer erlernten Geschmacksbewertungen den Ekel vor den durch sie konsumierten Körperteilen und Körperflüssigkeiten nicht mehr wahr, erlangen diese ästhetische Sensitivität aber im Regelfall zurück, wenn sie zu einer vegetarischen oder veganen Lebensweise wechseln.