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Vegetarier und Flexitarier

Sogenannte Flexitarier weisen nach ihrer Selbsteinschätzung eine bewusste Einstellung zum Essen aufweisen und daher den Konsum von Fleisch reduzieren, ohne diesen aber gänzlich einzustellen. Bekannt ist hier auch der Meatless Monday, für den sich u.a. der Ex-Beatle Paul McCartney einsetzt. Flexitarier wollen so zwar nicht gänzlich auf Fleisch verzichten, wollen aber die negativen Folgen von Fleischkonsum auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und die Tiere vermindern. In Deutschland wird diese Richtung von der Bewegung "Donnerstag ist Veggietag" vertreten.

 

Aus Sichtweise des Vegetarismus und noch stärker des Veganismus ist der Flexitarismus nur als ein erster Schritt zu dem Ziel einer fleischfreien bzw. tierproduktefreien Ernährung und Lebensweise zu bewerten. Denn auch wenn Flexitarier ihren Flesichkonsum reduzieren, ergeben sich aus dem restlichen Fleischkonsum nach wie vor Tierleid und Umweltbelastung. Dennoch kann es aus vegetarischer und auch aus vegane Sichtweise ein erster Beginn sein, sich als Flexitarier zu verstehen, um vor dem Hintergrund einer Fleischreduktion schließlich im Verlauf der Zeit zu einer vegetarischen oder sogar veganen Lebensweise zu gelangen.

 

Risiko der Flexitarismus oder Teilzeitvegetarismus ist allerdings, dass die bloße Selbstbezeichnung als Flexitarier ausreicht, um ohne tatsächliche Verhaltensänderung mit besserem Gewissen Fleisch zu essen. Ein solcher Flexitarismus mag im Endeffekt sogar der Aufrechterhaltung von Fleischkonsum und Nutztierhaltung entgegen nahezu täglich einströmenden Nachrichten über ihre negativen Folgen dienen. Diese Befürchtung ist nicht weit hergeholt, wenn beispielsweise 30 - 40% der US amerikanischen Bevölkerung als Flexitarier bezeichnet werden, obwohl diese in Wirklichkeit in hohem Ausmaß Fleisch und andere Tierprodukte konsumieren. Die rein verbale Bezeichnung als Flexitarier scheint hier zu genügen, ohne dass weitergehendere Änderungen der Ernährung überhaupt erfolgen. Ein weiteres Risiko des Flexitarismus ist es aus vegetarischer Sichtweise, dass bereits vegetarisch oder sogar vegan lebende Menschen unter dem Motto des Flexitarismus erneut mit Konsum von Fleisch und Tierprodukten beginnen. Schließlich ist aus veganer Sichtweise anzumerken, dass Flexitariern ein Bewusstsein für die tier- und umweltschädigenden Aspekte des Milch- und Eierkonsums fehlt und wenig gewonnen wird, wenn Fleisch einfach durch Milch und Eier ersetzt wird.

 

Insgesamt mag der Flexitarismus eine Chance darstellen, Teile der Bevölkerung für die Problematik von Fleischkonsum und Nutztierhaltung zu sensibilisieren, die gegenwärtig noch nicht für eine vegetarische oder vegane Ernährung erreichbar wären. Gefahr des Flexitarismus ist aber, dass dieser letztlich zur Augenwischerei wird, der Selbstberuhigung dient und echten Veränderungen des Ernährungsverhaltens im Sinne von Vegetarismus und Veganismus damit sogar entgegenstehen könnte.