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Vegetarisch? Aber bitte mit Bohnen!

(Kommentare: 1)

Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Ardo%20Beltz

Bohnen: Wertvoll für die vegetarische und vegane Ernährung

 

Nordamerikaner und Nordeuropäer haben eines in ihrer Ernährung gemeinsam: Im Gegensatz zu anderen Völkern essen sie nur eher geringe Mengen an getrockneten Bohnen.  Zu Unrecht, wie ein neuer Fachartikel im Journal of Clinical Nutrition unter dem Titel  „Nutritional and health benefits of dried beans“ zeigt.

 

Getrocknete Bohnen sind reich an wichtigen Mikronährstoffen, wie Potassium, Magnesium, Folsäure und Zink. Sie sind eine wertvolle Proteinquelle, einschließlich der in pflanzlichen Lebensmittel sonst nur selten vorkommenden Lysinsäure. Gleichzeitig enthalten Bohnen viele Fasern und weisen einen geringen glykämischen Index auf, sie führen also bei Konsum zu keinem schnellen Blutzuckeranstieg. Ebenfalls enthalten Bohnen vielfältige Antioxidantien, eine Stoffgruppe, von der u.a. krebsprotektive Auswirkungen diskutiert werden. Klinische Studien und Längsschnittstudien belegen, dass Bohnen das schädliche LDl Cholesterin absenken, das Risiko für ein metabolisches Syndrom verringern und die Häufigkeit von koronaren Herzerkrankungen und Diabetes reduzieren.

 

Gerade für die vegetarische Ernährung stellen Bohnen ein geradezu unverzichtbares Lebensmittel dar. Denn mithilfe von Bohnen, die einfach anbaubar, leicht zu ernten und sehr gut und mit geringem Energieaufwand zu lagern und zu transportieren sind, kann der Proteinbedarf bei vegetarischer Ernährung weltweit leicht gedeckt und eine gesunde, vollwertige Ernährung sicher gestellt werden, wenn zusätzlich Getreide, Gemüse und Obst konsumiert werden. Entsprechend steigt die Bedeutsamkeit der Bohnen für eine pflanzenbasierte Ernährung bei einer stringent veganen Ernährung sogar noch an.

 

Eine besonders prominente Rolle spielt die Sojabohne, deren Konsum entgegen mancherorts verbreiteter Gerüchte mit vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist. Auch Monokulturen und Gentechnik resultieren nicht aus dem direkten Sojakonsum durch Menschen, der weniger als 2% der weltweiten Ernte betrifft, sondern aus der Nutztierhaltung, die mehr als 90% der weltweiten Sojaernte verbraucht.

 

Bohnen umfassen aber eine sehr viel breitere Sortenvielfalt als die der Sojabohne. Es stehen zahlreiche Bohnenarten für eine gesunde, vollwertige, vegetarische und vegane Ernährung zur Verfügung. Gerade weil es Bohnen gibt, ist der Fleischkonsum der westlichen Industrieländer mit seinen dramatischen negativen Auswirkungen auf Umwelt, Tierwohl und die weltweite Ernährungssicherheit so unnötig.

 

Die Bewusstmachung der positiven Auswirkungen von Bohnen kann aber umgekehrt genutzt werden, um die Bevölkerung für eine Überwindung des Fleischkonsums zu motivieren. Ein bebilderter Überblick über verschiedene Bohnensorten ist hier zu finden. 

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Kommentar von Jutta |

Leider ist der Überblick über verschiedene Bohnensorten nur auf englisch. Weiß jemand, wo ich deutsche oder italienische Übersetzungen finden kann?
Soviel ich verstand, empfehlen sie eine lange Kochdauer, aber kein keimen. Ich keime immer und bin im Nu mit kochen fertig. Außerdem wird dadurch (nicht nur) der Proteinanteil erhöht.
LG