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Deklarationspflicht als erster Schritt zur fleischfreien Gesellschaft

(Kommentare: 2)

Eine Deklarationspflicht würde den Verbrauchern vor Augen führen, dass alle Produkte auch tierleidfrei zu haben sind

Deklarationspflicht ist Wegweiser zu einer fleischlosen Ernährung

Die Forderungen nach einer Deklarationspflicht tierischer Produkte werden mittlerweile immer allgemeiner erhoben. Neben Foodwatch haben auch Bündnis90/Die Grünen einen Gesetzentwurf für eine Deklarationspflicht aller Lebensmittel als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan vorgelegt.

 

Zunächst scheint eine solche Deklarationspflicht vorwiegend einfach nur für die Verbraucher praktisch zu sein, da sie vegetarisch und vegan lebenden Konsumenten, aber auch fleischessenden Konsumenten, die bei Gelegenheit vegetarisch oder vegan kochen möchten, den Einkauf erleichtern würde. Denn in viel mehr Produkten als der Verbraucher typischerweise denkt, verbergen sich tierische Produkte.

 

Weitergehendere Auswirkungen

 

Eine Deklarationspflicht von Lebensmitteln als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan würde aber mehr leisten als auf den ersten Blick deutlich wird. Wären sämtliche Lebensmittel als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan deklariert, würde es künftig mehr Konsumenten auffallen als bisher, dass für alle Produkte, in denen tierische Bestandteile enthalten sind, ebenso gut schmeckende (und im Regelfall sogar gesündere) Alternativen zur Verfügung stehen. Schon aus Neugier würden viele Konsumenten diese Alternativen ausprobieren und sodann feststellen, dass tierische Bestandteile für positive Geschmackserlebnisse unnötig sind.

 

Wenn aber ein gleichguter Geschmack durch ein Lebensmittel, für welches keine Tiere leiden und sterben musste, erzielt werden kann, dürfte dies die Verbraucher zunehmend dazu bewegen, künftig auf die als tierproduktfrei deklarierten Produkte zurück zu greifen. Dies wiederum würde auch von den Nahrungsmittelproduzenten und Händlern nicht unbemerkt bleiben. Ein verstärkter Wettbewerb der Anbieter würde entstehen. Ergebnis wäre ein steigendes Angebot attraktiver pflanzenbasierter Lebensmittel, was die Nachfrage nach solchen Produkte weiter steigern dürfte.

 

Deklarationspflicht als realistischer Schritt

 

Unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen ist eine fleischlose Ernährungspraxis nicht durchsetzbar. Um das Fleisch aus den menschlichen Köpfen und Mägen zu bekommen - und dadurch gleichzeitig einen Beitrag zur Entkalkung unserer Artherien und zur Krebsprävention zu leisten – können Vegetarier und Veganer nur für eine fleischlose Ernährung werben. Alles andere ist unrealistisch.

 

Sicher nicht unrealistisch ist der Kampf für eine Deklarationspflicht von Lebensmitteln als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan, weil Verbraucher allgemein Transparenz fordern und selbst Nicht-Vegetarier und nicht vegan lebende Menschen von einer solchen Deklaration profitieren würden. Der Ruf nach besserer Deklaration und Kontrolle wird momentan durch den Pferdefleischskandal sogar verstärkt.

 

Gelingt es, eine Deklaration von Lebensmittel als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan durchzusetzen,  wäre vermutlich eine Hebelwirkung die Folge, die immer mehr fleischessende Menschen zur vegetarischen und immer mehr vegetarisch lebende Menschen zur veganen Lebensweise bringen würde.

 

Ohne andere Aspekte, wie Aufklärung über das Tierleid, sowie die umweltzerstörenden, gesundheitsgefährdenden und den Welthunger fördernden Auswirkungen der Nutztierhaltung zu vernachlässigen, erscheint aus dieser Sichtweise der Einsatz für die Einführung einer Deklarationspflicht für Lebensmittel als nicht-vegetarisch, vegetarisch oder vegan als eines der wichtigsten Betätigungsfelder, für welches sich vegetarisch und vegan lebende Menschen engagieren können und sollten, um dem Fleischwahn in absehbarer Zeit doch noch ein Ende zu bereiten.

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Kommentar von seethaler helmut |

Danke. Fuer diesen sachlichen artikel. Das unterscheidet euch wohltuend vom hysterischen geschrei vieler vegan-esoteriker.

Kommentar von Vegginine |

Ich finde das eine sehr gute Idee und hoffe wirklich dass das durchgesetzt wird