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Gemeinsamer Gesetzentwurf für korrekte Lebensmitteldeklaration

(Kommentare: 1)

Saft mit Tierknochen?

In einem vorherigen Artikel auf Vegetarier.eu wurde bereits auf die Bedeutsamkeit des Kampfes für eine Deklarationspflicht von Lebensmitteln als vegan, vegetarisch oder nicht-vegetarisch hingewiesen. Denn eine solche Deklaration würde es nicht nur für Vegetarier und Veganer leichter machen, ihre Ernährungsweise umzusetzen, sondern sie würde zusätzlich Fleischessern immer wieder aufzeigen, dass es vegetarische und vegane Alternativen zu ihren Lebensmitteln gibt. Ebenso würden Vegetarier auf diese Weise immer wieder auf die Möglichkeit eines kompletten Verzichtes auf Tierprodukte im Sinne einer veganen Lebensweise gestoßén werden. Dies dürfte die Verbreitung des Vegetarismus und des Veganismus fördern, was wiederum zur Minderung von Tierleid, zur Schonung unserer Umwelt und zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit führen würde.

 

Bereits lange fordern der deutsche Vegetarierbund (VEBU), die Vegane Gesellschaft Deutschlands (VGD) sowie auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch jeweils separat eine Deklaration von Lebensmitteln als vegetarisch, vegan oder nicht-vegetarisch. Ebenso fordern sie entsprechend gesetzlich verbindliche Definitionen der Begriffe vegetarisch und vegan. Nunmehr haben alle drei Organisationen einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorgestellt, der die Lebensmittelhersteller verpflichten würde, die Verbraucher auf die Anwesenheit von Tierprodukten in den von ihnen produzierten Lebensmitteln im Sinne der Kennzeichnung als vegetarisch, vegan oder nicht-vegetarisch hinzuweisen.

 

Veganern und wohl auch den meisten Vegetariern ist längst bekannt, dass unzählige scheinbar unverfängliche Produkte, wie beispielsweise Säfte oder Weine, in Wirklichkeit tierische Produkte enthalten können, die auf den Etiketten nicht benannt werden. Insofern ist gegenwärtig die Einhaltung einer vegetarischen und noch stärker einer veganen Lebensweise daran gebunden, sich genau, gegebenenfalls mittels Produktanfragen, über einzelne Lebensmittel bei den Herstellern zu erkundigen. Durch die nunmehr von allen drei Verbänden gemeinsam vertretene Deklarationspflicht würde diese Schwierigkeit endlich der Vergangenheit angehören.

 

Dass gemeinsame Auftreten der drei Verbände, die ansonsten durchaus auch unterschiedliche Interessensschwerpunkte haben, ist aus vegetarischer-, veganer- und Verbraucherschutzperspektive sehr zu begrüßen, da durch die Bündelung der Kräfte die Aussichten steigen, die Deklarationspflicht tatsächlich in naher Zukunft durchsetzen zu können.

 

Die Durchsetzung einer entsprechenden Deklarationspflicht könnte sich aber rückwirkend als der größte Schritt auf dem Weg zu einer Gesellschaft erweisen, die auf die Ausbeutung von Tieren verzichtet. Wahrscheinlich ist dies der Fleisch- und Tierausbeutungsindustrie auch bewusst, weshalb sie sich bis jetzt noch mit aller Entschiedenheit gegen eine Deklarationspflicht wendet. Es werden daher noch viele Initiativen und viel von den Verbrauchern ausgehender Druck erforderlich sein, um eine Umsetzung der Deklarationspflicht zu erreichen. Mittelfristig sind die Chancen auf einen Erfolg aber hoch.

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Kommentar von Jutta Raabe |

Guten Tag,
ich wünsche dass unsere Arbeit erleichtert wird, indem z.B. solche Sätze wie oben unterbleiben: 'Es werden daher noch viele Initiativen und viel von den Verbrauchern ausgehender Druck erforderlich sein, um eine Umsetzung der Deklarationspflicht zu erreichen.'
Ich gehe davon aus, je positiver wir vorgehen, auch und gerade im Ausdruck, desto schneller haben wir Erfolg. Die Zeit arbeitet für uns und damit für die Deklarationspflicht.
Optimistische Grüße!
Jutta Raabe