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Gefährden Vegetarier ihre Gesundheit?

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Eine neue Studie berichtet, dass vegetarisch lebende Österreicher deutlich ungesünder seien als ihre fleischessenden Landsleute. Spezifisch würden demnach vegetarisch lebende Personen signifikant häufiger unter Allergien, Krebs, Angsterkrankungen und Depressionen leiden als Personen, die Fleisch essen. Die Autoren der Studie ziehen hieraus u.a. den Schluss, dass öffentliche Gesundheitsprogramme erforderlich seien, um mit Ernährungsstilen verbundene Gesundheitsrisiken zu reduzieren.

 

Tatsächlich ist die Studie wissenschaftlich wertlos. Denn die Autoren erhoben ausgerechnet zur wichtigsten Fragestellung keinerlei Daten, nämlich zu der Frage, ob die häufigeren Erkrankungen von vegetarisch lebenden Studienteilnehmern vor oder nach Beginn ihrer vegetarischen Ernährung begannen.

 

Vor dem Hintergrund vielfacher wissenschaftlicher Befunde, die positive Auswirkungen einer fleischfreien Ernährung auf die Gesundheit belegen (siehe z.B. hier, hier, hier, hier und hier), ist es eine bekanntes Phänomen, dass Menschen, die an Erkrankungen, wie Krebserkrankungen oder Allergien leiden, oft als Folge dieser Erkrankungen zu einer vegetarischen Ernährung wechseln. Daher ist es, um zu korrekten Schlüssen zu gelangen, unverzichtbar, zunächst gesunde Personen im Zeitverlauf zu beobachten (Längsschnittstudie) und später auftretende Erkrankungen mit zuvor begonnenen Ernährungsweisen in Beziehung zu setzen. Alternativ ist es mindestens erforderlich, wenigstens den Erkrankungsbeginn rückblickend durch Befragung oder Aktenanalysen zu erfassen und mit dem Beginn eines Ernährungsstiles in Beziehung zu setzen. Wird dies getan, sprechen die entsprechenden vorliegenden Studien übereinstimmend für umfassende positive Auswirkungen einer vegetarischen und insbesondere auch einer veganen Ernährung (siehe auch Überblick hier).

 

Indem die Autoren der aktuellen Studien es verpassten, eine Abgleich zwischen Erkrankungsbeginn und dem zeitpunkt des Beginns der vegetarischen Ernährung vorzunehmen, haben sie nicht mehr und nicht weniger getan als die eigene Zeit und die Zeit ihrer Leser und Leserinnen zu verschwenden.

 

 

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