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Abkehr vom Vegetarismus macht Inder dick und herzkrank

(Kommentare: 1)

Indien ist das große Land der Vegetarier (Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:NordNordWest)

Indien ist das Land mit dem höchsten Anteil von Vegetariern an der Gesamtbevölkerung, wobei ungefähr 31% der Bevölkerung vegetarisch leben (siehe hier).

 

Eine neue epidemiologische Studie, veröffentlicht durch eine Forschergruppe im American Journal of Clinical Nutrition, zeigt aber, dass der Anteil der pflanzlichen Lebensmittel in Indien abnimmt, was offenbar mit der zunehmenden Urbanisierung zusammen hängt. Gleichzeitig ist ein Anstieg von Übergewicht und nicht übertragbaren Erkrankungen, wie Herzerkrankungen, zu beobachten.

 

Nach den Befunden der aktuellen Studie erreicht die Übergewichts-Rate in einigen indischen Städten mittlerweile einen Prozentsatz von über 30%, was Städten in westlichen Industrieländern entspricht.

 

Für diese bedenkliche Entwicklung verantwortlich zu sein scheint insbesondere eine sich verändernde Ernährung mit einer Abnahme des Anteils pflanzlicher Lebensmittel, wobei gerade auch der Anteil wenig verarbeiteter pflanzlicher Lebensmittel, wie Nüsse, absinkt.


Es ist ein bekanntes, aber bedauerliches Phänomen, dass mit Urbanisierung und Wohlstand der Fleischkonsum ansteigt. Während zeitweilig von Kritikern der vegetarischen und veganen Ernährung Fleischverzicht als Ausdruck von Wohlstandsdekadenz bezeichnet wird, sind die Zusammenhänge tatsächlich umgekehrt.


Die Verbesserung von Hygiene und medizinischer Versorgung führt zu einer Erhöhung der Lebenserwartung, negativ auf die Gesundheit wirkt sich aber die Zunahme von Fleischkonsum und Konsum hochgradig verarbeiteter Lebensmittel aus.


Die aktuelle Studie weist darauf hin, dass selbst das traditionelle Land der Vegetarier dieser Entwicklung derzeit nicht entgeht. Die Abkehr von einer vegetarischen Lebensweise wird als gesellschaftlicher Fortschritt fehlgedeutet. Hierdurch wird die einzigartige Errungenschaft Indiens, die gerade in der weiten Verbreitung des Vegetarismus liegt, gefährdet.


Dabei könnte eine Zunahme des materiellen Wohlstandes mit einhergehender Verbesserung von Hygiene und medizinischer Versorgung gerade bei Beibehaltung der vegetarischen Lebensweise einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Menschen in Indien leisten und würde weltweite Vorbildfunktion ausüben.

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Kommentar von Berny Lottner |

Hallo,
ich habe eine Zeit in Indien gelebt,1989, 6 Monate.
Schon in den 70ger lange Zeit dort gereist.
Was ich 1989 feststelte ist das die Inder welche eine Bürotätigkei nachgehen und nicht an das Verteilernetz des Mittagstisch angeschlossen sind also vorwiegend Geschäftsleute die Mittags und auch Abends mit Kollegen oder Geschäftspartner Essen gehen keine Vegetarier mehr sind sondern vor allem Chicken essen. Ich habe mit einigen darüber gesprochen und alle versicherten mir (weniger die Sikhs) das sie zu Hause traditionel nur vegetarische Kost von den Eltern oder eigenen Frau gekocht bekommen.

Mit pflanzlichen Grüßen
Berny
Veganer