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Krebsdiagnose ist Anreiz für einen Wechsel zur vegetarischen Ernährung

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Vegetarismus ist ein sinnvoller Schritt gegen Krebs

Wieso werden Menschen zu Vegetariern? Neben ethischen Gründen haben gesundheitliche Gründen für eine vegetarische Ernährung den größten Bekanntheitsgrad erreicht. Denn Fleischverzicht ist in Studien verbunden mit einem geringeren Risiko, Erkrankungen, wie Krebs, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung oder Diabetes zu entwickeln. Ebenfalls ist die Lebenserwartung von Vegetariern im Durchschnitt höher als von Personen, die Fleisch essen. Besonders deutlich werden günstige Auswirkungen bei einer rein pflanzenbasierten,veganen Ernährung erkennbar.

 

Vor diesem Hintergrund ist es anzunehmen, dass eine ernsthafte Erkrankung einen Anreiz darstellen kann, zu einer vegetarischen Ernährung zu wechseln. Dies gilt umso mehr, als auch zahlreiche populäre Bücher und Veröffentlichungen beispielsweise Menschen mit Krebs zum Vegetarismus raten.

 

Eine niederländische Studie bestätigt die Annahme, dass Menschen mit einer Krebserkrankung eher gewillt sind, zur vegetarischen Ernährung zu wechseln, mit harten Daten. Tatsächlich gaben 75% derjenigen Personen, die zum Befragungszeitraum an einer Krebserkrankung litten, an, erst nach der Diagnose der Krebserkrankung zur vegetarischen Ernährung gewechselt zu sein.

 

Dieser Studienbefund bestätigt erstmals mithilfe von empirischen Daten die bereits seit Langem geäußerte Vermutung, dass eine Krebserkrankung für Menschen ein Grund für den Wechsel zu einer vegetarischen Ernährung sein kann. Dieser Sachverhalt führt gleichzeitig Studienansätze ad absurdum, die lediglich das Vorhandensein einer vegetarischen Ernährung erfassen und dann auszählen, wie viele Vegetarier und wie viele Fleischesser an diversen Erkrankungen leiden.

 

Eine derartige Studie aus Österreich fand vor kurzem erhöhte Erkrankungsraten von Vegetariern, einschließlich mehr Krebserkrankungen, mehr Allergien und mehr psychische Störungen. Aus diesen Befunden schlossen die Autoren irrtümlicherweise, dass öffentliche Gesundheitsprogramme erforderlich sind, um das Risiko gesundheitlicher Schäden aufgrund spezieller Ernährungsgewohnheiten zu reduzieren.

 

Während diese Aussage in ihrer allgemeinen Form fraglos gültig ist, ergibt sie sich nicht aus den Studienbefunden der Autoren und betrifft sicherlich nicht den Vegetarismus.  Die Autoren haben vielmehr eine weitgehend wertlose Studie durchgeführt, indem sie es verpassten, den Zeitpunkt des Beginnes der vegetarischen Ernährung zu erfassen und so zwischen denjenigen Personen zu unterscheiden, die ihre vegetarische Ernährung vor Beginn der Erkrankung und nach Beginn der Erkrankung begannen.

 

Die neue niederländische Studie legt nahe, dass 75% der Vegetarier mit Krebs erst durch die Diagnose zum Vegetarismus motiviert wurden. Eine erhöhte Anzahl an Krebskranken ist also bei einem Studiendesign, welches nicht im Längsschnitt beobachtet, sondern nur zum gleichen Zeitpunkt Vegetarismus und Krebserkrankungen erfasst, zu beobachten.

 

Gleiches gilt im Übrigen für psychische Erkrankungen. Hier fand eine neuere Studie ebenfalls erhöhte Erkrankungsraten von Vegetariern, zeigte aber gleichzeitig, dass die vegetarische Ernährung nicht die Ursache, sondern die Folge psychischer Erkrankungen war. Menschen mit psychischen Erkrankungen beginnen demnach – ähnlich wie Menschen mit Krebsdiagnosen - häufiger, über ihre Ernährung nachzudenken und zu einer vegetarischen Ernährung zu wechseln.

 

Bedauerlich bleibt, dass der fundamentale Fehler der österreichischen Studie in der Presse nicht ausreichend gewürdigt wurde und so letztlich fehlerhafte Informationen an die Allgemeinbevölkerung vermittelt wurden. Demgegenüber ist der Studienbefund, dass Krebs ein Anreiz für einen Wechsel zu vegetarischen Ernährung sein kann, zu begrüßen, weil Menchen hierdurch zusätzlich zu den medizinischen Behandlungsmaßnahmen im engeren Sinne möglicherweise ihre Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen können. Dass zu dieser Thematik bisher keine klinischen Studien veröffentlicht wurden, gibt dieser Annahme zwar einen spekulativen Charakter, ändert aber nicht die Empfehlung an den Einzelnen, zu handeln und nicht erst auf Studien zu warten. Vor dem Hintergrund des besser belegten krebsschützenden EInflusses einer rein veganen, 100% pflanzenbasierten Ernährung, ist es aber ratsam, nicht bei einem Wechsel zu einer ovo-lacto vegetarischen Ernährung stehen zu bleiben, sondern unmittelbar zu einer veganen Ernährung zu wechseln.

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