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Die Hälfte aller selbst bezeichneten „Vegetarier“ ernährt sich nicht vegetarisch – woran liegt dies und wie ist damit umzugehen?

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Viele Menschen, die von sich sagen, sie seinen Vegetarier, ernähren sich nicht wirklich vegetarisch. Dies ist der interessante Nebenbefund einer neueren niederländischen Studie, die unter anderem gezeigt hat, dass eine Krebserkrankung ein Anreiz sein kann, sich vegetarisch zu ernähren.

 

Unter den 120852 Personen, die in der Studie über ihre Ernährungsgewohnheiten befragt wurden, befanden sich 1150 Personen, die selbst angaben, sich vegetarisch zu ernähren. Wenn konkrete Lebensmittel, die in letzter Zeit verzehrt wurden, erfragt wurden, zeigte sich jedoch, dass ungefähr die Hälfte der selbst bezeichneten Vegetarier tatsächlich Fisch oder Fleisch während des Zeitpunktes des angegebenen Bestehens einer vegetarischen Ernährung konsumiert hatten. Es ließ sich daher bei lediglich 702 Personen der angegeben Vegetarier-Status bestätigen.

 

Sich selbst als Vegetarier zu bezeichnen, ist insofern nicht selten noch nicht Ausdruck einer Realität, sondern wohl eher eines einsichtsbasierten Wunsches. Aufgrund einer Einsicht in die  Widersprüchlichkeiten ihrer fleischbasierten Ernährung, scheinen einige Menschen zu beginnen, sich als Vegetarier zu bezeichnen, obwohl sie noch nicht wirklich komplett vegetarisch leben.

 

Für die weitere Verbreitung des Vegetarismus als aus ethischen, ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Erwägungen heraus überlegener Ernährungsweise ergibt sich, dass gesonderte Bemühungen sinnvoll wären, gerade diese Menschen zu erreichen. Denn weil die Einsicht bereits vorhanden ist, dürften diese Menschen bei entsprechender Unterstützung besonders leicht für eine vegetarische Lebensweise zu gewinnen sein.

 

Deutlich wird hieraus erneut,  dass der Prozess des Wechsels zu einer vegetarischen Ernährung oftmals ein gestufter Veränderungsprozess ist, wobei Einstellungsänderungen und auch Veränderungen der Selbstdarstellung tatsächlichen Verhaltensänderungen vorausgehen können.  Gerade wenn es darum geht, die vegetarische Lebensweise weiter zu verbreiten, sollten Diskrepanzen zwischen Einstellungen, Selbstdarstellung und realem Verhalten nicht verdammt, sondern als Chance für eine gute Erreichbarkeit für Veränderungsprozesse betrachtet werden.

 

Ist der Schritt zur vegetarischen Ernährung schließlich getan, kann gleichzeitig eine erhöhte Offenheit für eine Weiterentwicklung zu einer veganen Ernährung und Lebensweise entstehen, die als eine konsequente Form des Vegetarismus zu betrachten ist, die in sehr viel höherem Ausmaß unsere ökologischen Ressourcen schonen und Tierleid beenden kann.

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