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Teilerfolg für Sänger Morrissey: McDonalds machte bei seinem Konzert zu

(Kommentare: 4)

Steven Patrick Morrissey ist überzeugter Vegetarier (Rechtinhaber: mrmatt@flickr http://www.flickr.com/photos/mrmatt/)

Der Sänger und Vegetarier Morrissey hatte sich fest vorgenommen, dafür zu sorgen, dass sein Konzert im Staples Center in Los Angeles in einer fleischfreien Atmosphäre stattfindet. Nach seinen Angaben hatte es ursprünglich hierzu auch eine Zusage des Staples Center gegeben, die dieses dann aber offenbar doch nicht als verbindlich betrachtete bzw. als ein Missverständis deklarierte. 

 

Dennoch ist von einem Teilerfolg zu sprechen:

 

Denn auch wenn Fleisch nicht verboten war, dominierte doch das vegetarische Angebot bei weitem und die Filiale des weltweiten Fleisch-Junk-Food Verkäufers McDonald bliebt im Staples Center während des Konzertes von Morrissey geschlossen. 

 

Ein weiterer Erfolg ist die Aufmerksamkeit, die Morrissey mit seinem Engagement gegen den Fleischverzehr für den Vegetarismus erzielte. Denn sein Ansinnen eines fleischfreien Staples Center während seines Konzertes wurde weltweit berichtet. 

 

Außerdem nutzte Morrissey sein Konzert, um Zuhörer und Fans über die Brutalität zu informieren, die mit der Tötung von Tieren zwecks Konsum ihres Fleisches verbunden ist. So präsentierte er Videoaufnahmen über das qualvolle Sterben von Fischen, Kühen und Hühnern, die wohl kaum jemanden, der nicht alles Mitgefühl für Tiere ausblendet, unberührt gelassen haben dürften. Hierzu sang Morrissey seinen wegweisenden Song "Fleisch ist Mord".

 

Manche mögen das Ansinnen von Morrissey, während seines Konzertes im gesamten Staples Center den Fleischverkauf einzustellen, für eine unzulässige Einmischung in die individuelle Freiheit und somit für die Anmaßung eines Vegetariers, den anderen seinen Lebensweg aufzuzwingen, verstehen.

 

Einer solchen Betrachtung liegt allerdings aus tierrechtlicher Sichtweise ein falsch verstandener Toleranz-Begriff zugrunde:

 

Unstrittig ist, dass die Nutztierhaltung und die Schlachtung von Tieren mit großem Leid für die betroffenen Tiere verbunden ist. Ebenso zeigen Untersuchungen, dass durch die Nutztierhaltung die globale Umweltzerstörung maßgeblich bedingt und der Treibhauseffekt beschleunigt wird. Zudem gefährdet die Nutztierhaltung die Nahrungsmittelsicherheit in der Dritten Welt und führt dazu, dass sich dort Menschen aufgrund der Nachfrage nach pflanzlicher Nahrung durch die Tierausbeutungsindustrie als Futtermittel die Menschen die dringend benötigen pflanzlichen Lebensmittel nicht mehr leisten können. Schließlich schadet Fleischkonsum auch der menschlichen Gesundheit, wobei eine vegetarische und insbesondere eine vegane Ernährung für den Menschen wesentlich verträglicher ist und der Erhaltung seiner Gesundheit förderlich ist. 

 

Die globalen negativen Folgewirkungen des Fleischkonsumes mit den enormen Schäden, die dadurch für Mensch, Tier und Umwelt verursacht werden, führen dazu, dass die Fragestellung einer vegetarischen und am besten veganen Lebensweise keine Fragestellung des individuellen Geschmackes ist.

 

Vielmehr ist es aus ethischen Gründen notwendig, Produktion und Verzehr von Fleisch zu beenden, um die natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens zu erhalten, den Welthunger zu besiegen, das menschenverursachte Leid der Tiere zu beenden und eine Schutzwirkung gegen Krebserkrankungen, Diabetes und Herzerkrankungen aufzubauen.

 

Es ist daher legitim und begrüßenswert, dass Morrissey nicht dazu beitragen wollte, dass entgegen seiner Überzeugungen die Vertreter der Tierausbeutungsindustrie durch Verkäufe ihrer tödlichen Produkte von seinem Konzert profitieren würden. Dies ist ihm nicht ganz, aber doch zu einem bedeutendem Teil gelungen. 

 

Morrissey hat mit seinem Einsatz deutlich gemacht, dass die Toleranz dort endet, wo für einen individuellen Geschmack das Leben anderer Menschen und Tiere zerstört oder gefährdet wird.  Damit hat er sich als ein positives Rollenmodell bewiesen. Je  mehr Morrisseys es auf dieser Welt gibt, desto eher mag es der Menschheit doch noch gelingen, aus dem Teufelskreislauf von Fleischkonsum, Leidzufügung und Umweltzerstörung auszusteigen. 

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Kommentar von Susanne Maria Heck |

Ich wünsche mir ein McDonalds bzw BurgerKing wo es nur vegane Produkte gibt. Zum Beispiel ein McKing veg.
Esse seit 26 Jahren kein Fleisch mehr.

Kommentar von tobias hammer |

super artikel

Kommentar von Thomas |

So so, falsch verstandener Toleranzbegriff. Mit jedem Beitrag, den ich von euch lese wird mir bewusster, dass man Ansichten wie den euren aktiv entgegentreten muss, möchte man auch morgen noch in Freiheit aufwachen.

Kommentar von Team Vegetarier.eu |

@ Thomas

Wenn du die Freiheit schätzt, empfehlen wir dir vor allem, dich vom Fleisch zu befreien. Damit gibst du auch gleichzeitig den Tiere, die die töten lässt, die Freiheit zu leben bzw. nicht ständig durch Zwangsmaßnahmen vermehrt zu werden, und deinen Mitmenschen die Freiheit, genug Nahrungsmittel zum Überleben zu haben und in einer nicht ruinierten Umwelt leben zu können. Wir verstehen nicht, warum du meinst, du musst dich aktiv gegen Umweltschutz, Mitmenschlichkeit und Tierschutz einsetzen. Was stört dich denn so an den positiven menschlichen Werten von Mitgefühl und Solidarität, dass du gegen sie kämpfen und dich für Grausamkeit, Töten und Blutvergießen einsetzen möchtest?