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Neue Studie: Umwelt, Gesundheit und Vegetarismus

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Soeben wurden auf dem Sechsten Internationalen Kongress für Vegetarische Ernährung die Befunde einer großangelegten neuen Untersuchung zu den Auswirkungen der vegetarischen Ernährung auf das Weltklima (Emission von Treibhausgasen) und auf die menschliche Gesundheit (Anzahl chronischer Erkrankungen, wie Krebserkrankungen, Diabetes und Herzerkrankungen) vorgestellt.

 

Vergleichen wurden die Treibhausgasemissionen und die Auswirkungen auf die Gesundheit von fünf verschiedenen Ernährungsformen:

 

 

Veganismus (keinerlei Tierprodukte, also auch keine Eier oder Milch)

 

-  Ovo-lacto Vegetarismus (kein Fleisch, einschließlich Fisch, aber Milch und Eier können noch konsumiert werden)

 

-  Pescetarismus (Fleischkonsum wird auf Fisch eingeschränkt, Eier und Milch werden weiterhin konsumiert

 

Flexitarismus oder Teilzeit-Vegetarismus (Fleischkonsum wird quantiativ eingeschränkt, Eier und Milch werden weiterhin konsumiert)

 

-  Mischkost mit Fleisch, Milch und Eiern (Omnivoren)

 

 

Es zeigt sich in den Auswertungen, dass die Treibhausgasemissionen bei den Mischköstlern am stärksten sind, gefolgt von den Flexitariern (Teilzeitvegetarier) und den Pescetariern. Deutlich weniger Treibhausgasemissionen werden durch ovo-lacto Vegetarier verursacht. Aber auch ovo-laco Vegetarier erreichen noch keineswegs eine optimale Reduktion von Treibhausgasen. Denn durch den Einschluss von Tierprodukten in der ovo-lacto vegetarischen Ernährung werden fast doppelt so viele Treibhausgase freigesetzt wie durch eine rein pflanzenbasierte, vegane Ernährung, die gänzlich auf den Konsum tierischer Produkte verzichtet. Innerhalb des Vegetarismus ist es also insbesondere die konsequenteste Form des Vegetarismus, der Veganismus, bei dem ein starker klimaprotektiver Effekt erzielt wird.

 

Ähnlich wie bei den Treibhausgasen lässt sich auch bei der Gesundheit der schädliche Effekt von Fleischkonsum anhand der Befunde klar belegen:

 

Die Gruppe der Mischköstler (Omnivoren) weist in den Auswertungen die allerhöchste Anzahl an chronischen Erkrankungen auf, während die Gruppe der Veganer die geringste Anzahl an Erkrankungen zeigt. Ovo-lacto Vegetarier weisen weniger chronische Erkrankungen auf als Fleischesser, aber sind dennoch häufiger erkrankt als Veganer.

 

Gesundheitlich zeigt sich insofern ebenfalls nicht nur ein Effekt des Vegetarismus im Allgemeinen, sondern es gibt auch noch Differenzierungen innerhalb des Vegetarismus, wobei erneut die besonders konsequente Form des Vegetarismus, der Veganismus, zu den stärksten gesundheitsprotektiven Auswirkungen führt.

 

Diese neuen Studienbefunde sind ein starkes Argument dafür, den Fleischkonsum nicht nur, wie Flexitarier dies tun, zu reduzieren, sondern komplett auf Fleisch, einschließlich Fisch, zu verzichten, und sich rein vegetarisch zu ernähren. Bei Wahl einer vegetarischen Ernährungsweise ist es zudem anzuraten, sich für eine vegane Ernährung zu entscheiden, da diese in besonders hohem Ausmaß die positiven Effekte des Vegetarismus auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit zur Geltung bringt.

 

Für Menschen, die jetzt noch Fleisch oder sogar viel Fleisch essen, ist es allerdings oftmals ein erster bedeutsamner Schritt, den Fleischkonsum zunächst zu reduzieren, im Anschluss zu einer vegetarischen Ernährung zu wechseln und schließlich den Schritt zu tun, komplett vegan zu leben. Flexitarier zu sein, sollte daher aus ökologischer, gesundheitlicher und tierrechtlicher Sichtweise lediglich ein Übergangszustand sein, der in den Vegetarismus mündet, ebenso wie ovo-lacto Vegetarier sich in dieser Sichtweise in einem Übergangsstatus zu einer noch stärker umweltverträglichen, gesunden und tierrechtlich unbedenklichen veganen Lebensweise befinden.

 

Ableitbar ist aus den Befunden auch, dass die Frage der Annahme einer vegetarischen und veganen Ernährung nicht ausschließlich eine individuelle Geschmackspräferenz ist, sondern eine gesellschaftspolitisch in hohem Ausmaß relevante Entscheidung. Werden die enormen Schäden, Gefahren und Folgekosten berücksichtigt, die sich aus der globalen Erderwärmung, aber auch aus Krebs-, Diabetes- und Herzerkrankungen ergeben, leisten Vegetarier und noch stärker Veganer einen bedeutsamen Beitrag für die Begrenzung von Leid und Zerstörung in unserer Welt. Vegetarismus ist damit letztlich eine Frage der Gerechtigkeit.

 

(Ein ausführlicher Artikel aus veganer Sichtweise zu dieser Thematik findet sich auf Vegan.eu)

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