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Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit: Vegetarisch und vegan sind wirksamer als Stopp von Lebensmittelverschwendung

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Fleischkonsum zerstört weltweit Landflächen (Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Kandschwar)

In den westlichen Industrieländern werden große Mengen an Lebensmitteln weggeworfen. Die Forderung nach einer  Reduktion dieser Lebensmittelverschwendung erreicht immer wieder politische und mediale Aufmerksamkeit. Der Ernährungsstil der „Freeganer“ konzentriert sich sogar ganz auf die Minimierung dieser Lebensmittelverschwendung durch Konsum weggeworfener Lebensmittel.

 

Die Reduktion der Vernichtung von Lebensmitteln ist fraglos in einer Welt, wo Umweltzerstörung und Hunger grassieren, ein wertvolles Ziel. Allerdings zeigt eine soeben im Fachjournal Appetite veröffentlichte Studie, dass der Abbau der Lebensmittelverschwendung zwar positive ökologische Auswirkungen bewirken würde, der Wechsel zu einer vegetarischen und noch stärker zu einer veganen Lebensweiswe aber bei weitem mehr Wirksamkeit entfalten würde.

 

Meyer et al (2013) analysierten im Rahmen der soeben veröffentlichten Studie die Auswirkungen der derzeitigen Ernährungsweise in der Bundesrepulbik Deutschland auf den Landverbrauch, einem maßgeblickem Kriteriem zur Bemessung der ökologischen Nachhaltigkeit menschlicher Ernährungsweisen.

 

Dabei zeigte sich in einem virtuellen „Landverbrauchsszenario“, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland für Lebensmittelimporte sehr viel mehr Land verbraucht als sie in Form von Lebensmittelexporten zur Verfügung stellt.  Mit unserer Ernährung tragen wir insofern derzeit dazu bei, Menschen in anderen Teilen der Welt Land zu entziehen. Hieraus ergeben sich sowohl negative ökologische als auch negative soziale Auswirkungen.  

 

Die aktuellen Daten und Berechnungen von Meyer et al zeigen, dass der derzeitige Nettoüberschuss an Landverbrauch abgebaut werden könnte, wenn die Bevölkerung zu einer empfohlenen Ernährung mit weniger tierischen Produkten wechseln und zusätzlich den Konsum von Stimulantien, wie Kaffee oder schwarzen/grünen Tee, reduzieren würde.

 

Deutlich stärker ließe sich der Landverbrauch jedoch reduzieren, wenn ein Wechsel zu einer vegetarischen oder sogar veganen Ernährung erfolgen würde, wobei in diesem Fall eine Reduktion des Stimulantienkonsumes nicht erforlich wäre, um sogar weniger „virtuelles Land“ zu „importieren“ als zu „exportieren“.

 

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass neben positiven ökologischen Auswirkungen einer vegetarischen und noch stärker einer veganen Ernährung auch eine Verbesserung der  ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit resultieren würde.

 

Sehr  viel weniger wirkungsvoll würde demgegenüber ein Fokus auf dem Abbau letztlich zu vernichtender Lebensmittelüberschüsse sein:

 

 Selbst wenn vermeidbare Überschüsse abgebaut werden würden,  ergäbe sich eine deutlich geringere Verminderung der für die Ernährung der Bevölkerung erforderlichen Landnutzung als bei einem Wechsel zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung.  Eine ausgeglichene Billanz aus „virtuellem Landimport“ und „virtuellem Landexport“ – oder gar ein Nettoüberschuss „exportierten virtuellen Landes“ -  wird durch eine reine Fokussierung auf die Reduktion von Lebensmittelverschwendung nicht erreichbar sein.

 

Natürlich macht es dennoch Sinn, die Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen, aber die aktuelle Studie von Meier et. al zeigt, dass dies nicht reicht. Vorallem besteht die Gefahr, dass ein solcher Ansatz von den Hauptfaktoren ablenkt, die in dem Konsum tierischer Lebensmittel bestehen. Die aktuelle Studie stimmt damit mit einer Vielzahl vorheriger Untersuchungen überein, die die ökologischen Vorteile einer vegetarischen Ernährung klar aufzeigen, wobei nach diesen Studien eine vegane Ernährung das mit Abstand umweltverträglichste mögliche Ernährungsverhalten des Menschen darstellt (siehe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

 

Gerade vor dem Hintergrund der Sachlage, dass die Weltbevölkerung weiter wächst und wir dabei sind, die natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens zunehmend zu zerstören,  wird dem Wechsel zu einer fleischfreien, vegetarischen und noch stärker zu einer rein pflanzlichen veganen Lebensweise aus ökologischer und sozialer Sichtweise allergrößte Bedeutsamkeit zu. Wenn wir beispielsweise den Hunger in der Welt ernsthaft überwinden wollen, führt an einer Veränderung unseres Ernährungsverhaltens hin zu einer vegetarischen und noch besser einer veganen Ernährung kein Weg vorbei (sieh auch hier).

 

Vegetarisch zu leben, ist somit nicht nur eine persönliche Geschmacksrichtung und dient auch nicht ausschließlich dem Tierschutz, sondern ist untrennbar mit den Fragen von ökologischer Verträglichkeit und von sozialer Gerechtigkeit verbunden, wobei bei Fortsetzung des Fleischkonums eine ökologisch und sozial verantwortbare individuelle wie gesellschaftliche Lebensführung nicht möglich ist.

 

Innerhalb des Spektrums vegetarischer Lebensweise ist die vegane Lebensweise dazu in der Lage, das Potential einer pflanzenbasierten Ernährung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planetens und die Herstellung sozialer Gerechtigkeit vollauf zu entfalten.

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Kommentar von Lalola |

Wer das verneint oder den Aussagen wiedersprechen mag, hat sich noch nicht im geringsten mit dem Thema auseinander gesetzt! Wäre nun einmal Zeit, dies zu tun!