Hauptseite > Meldung, komplett

Vegetarische Ernährung fördert das Wohlbefinden von Diabetikern

(Kommentare: 0)

Möhren statt Fleisch ist gut für das Wohlbefinden

Eine neue Studie hat die Auswirkungen einer vegetarischen Ernährung auf Essverhalten, Hungergefühl und das subjektive Wohlbefinden von Personen mit Diabetes II im Vergleich zu einer Diabetes-Standard-Diät verglichen. 74 Personen mit Diabetes II wurden per Zufall entweder der vegetarischen Diät-Gruppe oder der Standard-Diät zugewiesen.

 

Im Ergebnis zeigte sich, dass eine vegetarische Ernährung in stärkerem Ausmaß das Wohlbefinden verbesserte als eine konventionelle Diabetes-Diät und auch in der Tendenz zu weniger Heißhungergefühlen führte.

 

Die Autoren führen aus, dass die positiven Auswirkungen einer vegetarischen Ernährung auf Körpergewicht, Blutzuckerregulation, Blutfette, Insulin Sensitivität und oxidativen Stress im Vergleich zu Standard-Diabetes-Diäten bereits aufgezeigt seien. Die aktuellen Befunde zu Faktoren des Wohlbefindens und der Stimmungslage weisen nach Ansicht der Autoren darauf hin, dass eine vegetarische Ernährung sich gut als auch langfristig aufrechterhaltene Maßnahme des Management einer Diabetes II Erkrankung eignet und zudem über das Potential verfügt, auch die psychische Gesundheit von Diabetes Patienten zu verbessern.

 

Die vegetarische Ernährung in der Studie beruhte auf 60% Energiedeckung durch Kohlenhydrate, 15% durch Protein und 25% durch Fett. Verzehrt wurden Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Obst und Nüsse. Tierische Produkte waren auf eine Portion Mageyoghurt pro Tag eingeschränkt, es wurden keinerlei weitere Milchprodukte und keine Eier verzehrt. Demgegenüber entsprach die konventionelle Diät den Richtlinien der Diabetes and Nutrition Study Group (DNSG) der European Association for the Study of Diabetes (EASD).

 

Die Befunde, die mit bisherigen Beobachtungen zur positiven Auswirkungen pflanzenbasierter Kostformen auf den Verlauf von Diabetes II Erkrankungen übereinstimmen (siehe hier und hier), sind in zweierlei Hinsicht bemerkenswert:

 

  • Auswirkungen vegetarischer Ernährungformen auf das psychische Wohlbefinden wurden bisher unzureichend untersucht. Obwohl auch erste andere Hinweise für positive Auswirkungen sprechen (siehe hier), gehört diese Studie zu den wenigen Studien, die sich dieses Themas angenommen haben. Ergebnis ist, dass eine vegetarische Ernährung offenbar das psychische Wohlbefinden verbessern kann.

 

  • Die vegetarische Ernährung war bis auf eine Portion Mageryoghurt pro Tag komplett pflanzlich und somit weitgehend vegan. Ein Vergleich zu einer rein veganen Ernährung wurde allerdings nicht umgesetzt, so dass diesbezüglich keine Aussagen möglich sind.

 

Bei integrativer Bewertung der vorliegenden Untersuchungen wird erneut deutlich, dass Personen mit Diabetes II aus gesundheitlicher Sichtweise dringend der Verzicht auf Fleisch im Sinne einer vegetarischen Ernährung und am besten wohl der komplette Verzicht auf Tierprodukte im Sinne einer veganen Ernährung empfohlen werden kann.

 

Diese Empfehlung gilt freilich nicht nur für Diabetiker, da Vegetarier und gerade auch Veganer überhaupt seltener chronische Erkrankungen, wie Diabetes, Krebs oder Herzerkrankungen, entwickeln (siehe hierhierhierhier, hier, hier und hier). Insofern ist es bereits aus gesundheitlichen Gründen allgemein ratsam, auf eine vegetarische oder besser noch vegane Ernährung umzustellen, ganz unabhängig von den vielfältigen ökologischen, sozialen und tierrechtlichen Argumente, die ebenfalls gegen den Konsum vgon Fleischkost und anderen Tierprodukten sprechen. 

 

Quelle: 

 

Kahleova, H., Hrachovinova, T., Hill, M. , & Pelikanova, T. (2013).  Vegetarian diet in type 2 diabetes – improvement in quality of life, mood and eating behaviour,  Diabetic Medicine, 30 (1) : 127–129

Zurück

Einen Kommentar schreiben