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Vegetarier und Eisen: Weniger fördert die Gesundheit

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Fleisch erhält besonders viel besonders gut durch den Körper aufnehmbares Eisen. Zwar enthalten auch pflanzliche Lebensmittel Eisen, dieses liegt in Pflanzen aber in einer weniger leicht aufnehmbaren Form vor. Vegetarier und vegan lebende Menschen nehmen daher typischerweise weniger Eisen auf als Fleischesser, auch wenn sich die Eisenaufnahme durch den gleichzeitigen Konsum Vitamin C reicher Lebensmittel steigern lässt.

 

Stimmt es also, dass Fleisch für unsere Gesundheit wichtig ist?

 

Mitnichten - denn die Studienlage zeigt, dass Personen, die sich durch eine Mischkost mit Fleisch ernähren, ein höheres Herzerkrankungsrisiko, ein höheres Diabetes-Risiko und auch ein höheres Krebsrisiko aufweisen als Vegetarier oder Veganer. Neuste Untersuchungsbefunde weisen zudem darauf hin, dass insbesondere der komplette Verzicht auf alle Tierprodukte im Sinne der veganen Lebensweise die Gesundheit besonders stark fördert und vor Krebs, Diabetes und Herzerkrankungen schützt. Ovo-lacto Vegetarier sind demnach zwar gesünder als Mischköstler, die Fleisch essen, erreichen aber nicht das Ausmaß an Gesundheit, über welches sich vegan lebende Personen freuen können.

 

Die vielfältigen gesundheitlichen Vorteile einer vegetarischen und offenbar noch stärker einer veganen Lebensweise scheinen auch mit den weniger gut gefüllten Eisenspeichern von Vegetariern und Veganern zusammenzuhängen:

 

Ganz entgegen des landläufigen Mythos vom gesunden Eisen sind nämlich höhere Eisenspiegel im Blut, selbst wenn sie weiterhin im Normbereich liegen, mit einem erhöhten Risiko verbunden, an einer Herzkrankheit zu erkranken (siehe z.B. Sung et. al., 2007; Mainous & Diaz, 2009). Die Kausalität ist nicht ganz eindeutig - so mag dieser Befund mindestens teilweise dadurch bedingt sein mag, dass Personen mit erhöhten Ferritin-Spiegel im Blut davon unabhängig in höherem Ausmaß eher ungünstige andere Faktoren, wie Bluthochdruck oder erhöhte Cholersterinspiegel aufweisen (siehe Oshaug et. al., 1995). Keinerlei Hinweise gibt es aber dafür, dass erhöhte Eisenspiegel gesund sind. Tatsächlich liegen zunehmend Befunde vor, die auch auf ein erhöhtes Krebsrisiko, u.a. ein erhöhtes Darmkrebsrisiko, durch erhöhte Eisenspiegel bzw. die vermehrte Aufnahme von Eisen über die Ernährung hinweisen (siehe hier und hier).

 

Möglicherweise ist es also gerade ein gesundheitlicher Vorteil der vegetarischen und veganen Ernährung, dass typischerweise die Eisenaufnahme geringer ist als bei Mischköstlern.

 

Das Komittee zur vegetarischen Ernährung der American Academy of Nutrition and Diatetics hat ein sehr übersichtliches Informationsblatt zur Thematik "Eisen in der vegetarischen und veganen Ernährung" veröffentlicht:

 

Dargestellt wird, dass Eisen für die Sauerstoffversorung des Körpers unverzichtbar ist und ein Eisenmalgel daher zu einer Anämie führen kann. Vegetarier und Veganer weisen im Regelfall geringere Eisenspeicher auf als Menschen, die Fleisch essen. Nur sehr selten führt dies allerdings zu einer Anämie, auch wenn diese gelegentlich, insbesondere bei vegetarisch lebenden Frauen, auftreten kann.

 

Wegen der schlechteren Aufnahme durch den Körper von Eisen in Pflanzen wird Vegetariern und Veganern empfohlen, ungefähr das 1.8 fache der für Mischköstler empfohlenen Eisenmenge zu konsumieren. Einem Eisenmangel ist dabei aber nach den Angaben der American Academy of Nutritioopn and Diatetics hinreichend durch eine rein vegetarische oder vegane Ernährung entgegenzuwirken, wobei der Verzehr von pflanzlichen Nahrungsmitteln, wie Vollkornprodukten, Spinat oder Sojaprodukten, zusammen mIt Früchten, wie Grapefruits, Orangen oder Erdberren, empfohlen wird. Außerdem wird angeraten, Kaffee und Tee eher zwischen den Mahlzeiten als während der Mahlzeiten zu konsumieren. Fleischkonsum ist nicht erforderlich, um den Eisenbedarf zu decken.

 

Der durchschnittlich geringere Eisenspeicher von Vegetariern und Veganern ist auch nach den Darlegungen der American Academy of Nutrition and Diatetics eher als ein Vorteil zu bewerten, da erhöhte Eisenwerte demnach zu Diabetes, Darmkrebs und verfrühtem Tod beizutragen scheinen. Wegen mit erhöhten Eisenspiegeln einhergehenden höheren Krankheitsraten wird durch die American Academy of Nutrition and Diatetics zusätzlich empfohlen, sofern Supplemente genommen werden, unbedingt eine überhöhte Eisenzufuhr zu vermeiden.

 

Es ergeben sich als Schlussfolgerungen:

 

- Eisen ist notwendig und Vegetarier und Veganer sollten darauf achten, ihre erforderliche Eisenzufuhr durch pflanzliche Lebensmittel zu decken, was problemlos möglich ist

 

- Vegetarier und Veganer nehmen typischerweise weniger Eisen auf als Mischköstler und weisen geringere Eisenspeicher auf

 

- Die geringere Aufnahme von Eisen durch vegetarisch und vegan lebende Personen scheint ein gesundheitlicher Vorteil zu sein, der möglicherweise mit zu den geringeren Erkrankungsrisiken an Diabetes, Herzerkrankungen und Krebserkrankungen beiträgt.

 

- Dass wir Fleisch essen sollten wegen dem dort enthaltenen Eisen, ist falsch. Im Gegenteil, sollten wir u.a. auch wegen dem Übermaß an in Fleisch enthaltenem Eisen den Konsum von Fleisch vermeiden

 

Quellen, für es keinen Link gibt:

 

 

Mainous, A.G.,  & Diaz, V.A. (2009)  Relation of serum ferritin level to cardiovascular fitness among young men. The American Journal Of Cardiology, 103: 115-8.

 

Oshaug A.,  Bugge, K.H.,  Bjønnes, C.H.,  Borch-Iohnsen, B., & Neslein, I.L. (1995) Associations between serum ferritin and cardiovascular risk factors in healthy young men. A cross sectional study. European Journal Of Clinical Nutrition, 49: 430-8.

 

Sung, K.C.,  Kang, J.H., & Shin, H.S. (2007). Relationship of cardiovascular risk factors and serum ferritin with C-reactive protein. Archives Of Medical Research, 38: 121-5

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