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Esst kein Fleisch – spart Wasser!

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Fleisch trocknet unsere Felder aus (Bildquelle: Roger McLassus)

Soeben haben die drei Wissenschaftler D. Vanham, A. Y. Hoekstra und G. Bidoglio (2013) vom Institut für Umwelt und Nachhaltigkeit des Forschungszentrums der Europäischen Kommission eine Studie veröffentlicht (siehe hier) , die die Auswirkungen der Ernährung auf den Wasserverbrauch zum Thema hat.

 

Dies ist eine Fragestellung von zentraler Bedeutsamkeit, weil die Verfügbarkeit von sauberem Wasser in Anbetracht der weltweiten Wasserverschmutzung ein bedeutsames Gegenwartsthema ist und ein noch bedeutsameres Zukunftsthema sein wird.

 

Dabei gehen 89% des europäischen Wasserverbrauchs auf das Konto der landwirtschaftlichen Produktion, so dass die Rolle des Ernährungsverhaltens von offensichtlicher Wichtigkeit ist.

 

Verglichen wurde in der Studie der Wasserverbrauch der gegenwärtig typischen omnivoren Ernährung mit einer gesünderen Variante der omnivoren Ernährung und einer vegetarischen Ernährung mit entsprechendem Fleischverzicht. Dabei erfolgte eine Differenzierung für die vier geografischen Zonen Westeuropa, Osteuropa, Südeuropa und Nordeuropa.

 

Aufgrund unterschiedlichen Konsumverhaltens und auch unterschiedlicher landwirtschaftlicher Produktionsmethoden ergibt sich ein gegenwärtiger Wasserverbrauch pro Person und Tag von 5875 Litern in Südeuropa, 4053 Litern in Osteuropa, 3761 Litern in Westeuropa und 3197 Litern in Nordeuropa.

 

Wird eine gesündere Ernährungsvariante mit weniger Zucker, Öl, tierischen Fetten und Fleisch zugrunde gelegt, sinken die jeweiligen Wasserverbrauche auf 4110 Liter für Südeuropa, 3606 Liter für Osteuropa, 2766 Liter für Westeuropa und 3091 Liter für Nordeuropa. Dies entspricht einer Reduktion des Wasserverbrauches um 3% bis 30%.

 

Sehr viel stärker ist demgegenüber die Reduktion des Wasserverbrauches bei einer vegetarischen, fleischlosen Ernährung, wo die Verbrauchszahlen absinken auf 3476 Liter für Südeuropa, 2956 Liter für Osteuropa, 2208 Liter für Westeuropa und 2166 für Nordeuropa. Dies entspricht einer prozentualen Reduktion des Wasserverbrauches zwischenminimal 27% und maximal 41%.

 

Leider fehlt der Studie eine rein vegane Vergleichsrechung mit Verzicht auf sämtliche Tierprodukte in der Ernährung, wobei allerdings bereits bekannt ist, dass der Verzicht auf Milchprodukte und Eier zu einer weiteren Reduktion des Wasserverbrauches führt (siehe hier).

 

Die Studie macht deutlich, dass der Verzicht auf Fleisch im Sinne einer vegetarischen Ernährung und am besten der Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte im Sinne einer vegane Ernährung  nicht nur aus gesundheitlichen und Tierschutzgründen zu empfehlen ist, sondern ebenfalls aus ökologischen und sozialen Gründen notwendig ist, wenn wir künftig in einer Welt leben möchten, in der Menschen, Tiere und Pflanzen über genug sauberes Wasser zum Leben verfügen. Vegetarisch und noch besser vegan zu leben, ist der Beitrag, den jeder einzelne Mensch für eine solche Welt leisten kann.

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Kommentar von Marcus Ertmer |

Wasser ist eines der Elemente, die nicht verbraucht werden können. Wasser kann nur entweder genutzt oder nicht genutzt werden. Eine Kuh, wie jedes andere Lebewesen, ersetzt in ihrem Körper nur das Wasser, das es auch wieder an seine Umwelt abgibt. Eine Tomate besteht zu über 95% aus Wasser. Ist dieses Wasser verbraucht? Nein. Wenn ich diese Tomate esse, nehme ich das Wasser auf, gebe das überschüssige Wasser aber auf der Toilette wieder an die Umwelt ab. Ist das Wasser vergiftet? Auch nein, weil durch Erdfilterung, Verdunstung, oder spätestens in unseren Kläranlagen wieder Wasser daraus wird. Jetzt werden viele vielleicht einwenden, dass der Phosphat- oder Nitratgehalt des Wassers steigt. Jeder, der sich z.B. schon einmal mit dem Thema Aquaristik auseinandergesetzt hat, weiß, dass diese Stoffe aus dem Wasser gefiltert und danach wieder für das eingesetzt werden können, für das es bisher auch genutzt wird, nämlich zur Pflanzendüngung. Wir haben, zumindest in Deutschland, keine Wasserknappheit. Sicher, es gibt Gebiete auf der Erde, an denen Wasserknappheit herrscht, aber das werden wir nicht ändern, indem wir das hier vorhandene Wasser nicht nutzen. Wasser kann nicht verbraucht werden. Es befindet sich in einem ständigen Kreislauf. Der Mensch braucht, wie jedes andere lebewesen auf diesem Planeten, Wasser. Die Frage ist einfach, ob der Mensch in Gegenden, in denen Wasserknappheit herrscht, etwas zu suchen hat.