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Erster Veggie-Pride in Genf

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In Genf wurde der weltweite erste "Veggie-Pride"abgehalten. Mehrere Hunderte Vegetarier, die Mehrheit unter ihnen Veganer, demonstrierten für ihr Recht auf Mahlzeiten, die keine Tierprodukte enthalten, einschließlich ihres Rechtes, ihre Kinder ohne tierische Produkte zu ernähren.

 

Dieser erste "Veggie-Pride", der bewusst mit seinem Titel an den Kampf der Schwulen- und Lesbenbewegung für ihre volle Gleichberechtigung anschließt, möchte die Öffentlichkeit für Probleme von Vegetariern und Veganern sensibilisieren, die vielen unbekannt sind. Gleichzeitig soll mit diesem "Veggie-Pride" das politische Bewusstsein von Vegetariern und Veganern geschärft werden, zu einer gesellschaftlich derzeit nach wie vor marginalisierten und diskriminierten Minderheit zu gehören, die sich aktiv um ihre Rechte bemühen muss.

 

Trotz aller positiven Berichte über Vegetarismus und Veganismus in den Medien, zeigt sich die Diskriminierung von Vegetariern und noch stärker von Veganern vielerorts bei Anlässen, wo keine vegetarischen oder veganen Lebensmittel zur Verfügung stehe. Dies geht bis zu dem anhaltenden Skandal, dass in vielen Produkten versteckte Tierprodukte enthalten sind. Nach wie vor sind die Begriffe vegetarisch und vegan nicht geschützt und eine Deklaration von Lebensmitteln als vegetarisch oder vegan ist nicht vorgeschrieben.

 

Zudem sehen sich Vegetarier und noch stärker Veganer immer wieder Anfeindungen ausgesetzt, wenn sie ihre Kinde vegetarisch oder vegan ernähren, obwohl die Möglichkeit einer gesunden vegetarischen und veganen Ernährung von Kindern längst belegt ist. Dabei tritt in Deutschland beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit wissenschaftlich unhaltbaren Argumenten gegen eine vegane Kinderernährung ein, während in den USA die Fachverbände der Ernährungswissenschaftler und Kinderärzte diese längst für geeignet halten (siehe hier).

 

Als eine besondere Art der Diskriminierung sind Medienberichte, so auch neulich im Focus, zu bewerten, wo auf Extremfälle verwiesen wird, wo Eltern ihre Kinder extrem einseitig, z.B.durch Reiskekse, ernähren. Die durch eine solche Ernährung erzeugten Schäden werden fälschlicherweise der veganen Ernährung in die Schuhe geschoben.

 

Besondere Schwierigkeiten haben auch Insassen von Justizvollzugsanstalten, denen höchstens eine vegetarische Ernährung gewährt wird, während eine vegane Ernährung allgemein nicht angeboten wird. Ebenso nicht erhältlich ist eine vegane Ernährung oftmals in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Internaten, Schullandheimen und Kinderheimen.

 

Häufig sehen sich Vegetarier und noch stärker Veganer zudem gesellschaftlichen Anfeindungen ausgesetzt, die durchaus das Ausmaß erreichen, wie es auch bei rassistischen und sexistischen Angriffen gegeben ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass diese Angriffe sogar dann statfinden, wenn Vegetarier nur schweigend anwesend sind und dass sie offenbar ein Ausdruck von Schuldprojektion sind.

 

Der erste "Veggie-Pride" wird dann rückblickend als ein voller Erfolg gewertet werden können, wenn es ihm gelungen sein sollte, den Startpunkt für eine emanzipatorisch um ihre Rechte kämpfende vegetarische und vegane Bewegung zu setzen. Dies wird letztlich erst im Rückblick beurteilbar sein. Schon jetzt ist aber erkennbar, dass immer weniger Vegetarier und Veganer bereit sind, zu der täglichen Diskriminierung der vegetarischen und noch stärker der veganen Lebensweise durch derzeit alle Gesellschaftssystem zu schweigen.

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