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Mit Vegucation für die vegetarische Kochausbildung

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Wer pflanzenbasiert kochen kann, lässt es nicht mehr bleiben

Der Vegetarierbund Deutschland (VEBU) hat soeben das Projekt Vegucation ins Leben gerufen, um die Kochausbildung um Inhalte der vegetarisch-veganen Küche zu erweitern.

 

Eine Umfrage des VEBU bei Berufsschulen brachte zuvor zu Tage, dass 83% der Lehrer und 71% der Schüler sich eine verbesserte Ausbildung auf dem Gebiet der Zubereitung pflanzlicher Gerichte und Lebensmittel wünschen.

 

Erfreulicherweise wurde dabei nicht ausschließlich ein Interesse an Rezepten, sondern ebenfalls ein Interesse an einer vertieften Auseinandersetzung mit ethischen und ökologischen Aspekten der vegetarischen und veganen Küche geäußert.

 

Das Projekt Vegucation, welches der VEBU gemeinsam mit sieben Partnern aus Deutschland, Belgien, Österreich und den Niederlanden nunmehr in die Wege geleitet hat, möchte die bestehenden Defizite in der Kochausbildung bezüglich der vegetarischen und veganen Ernährung ausgleichen. Den werdenden Köchen und Köchinnen soll ein Anreiz gegeben werden, sich vertieft mit der Zubereitung pflanzenbasierter Kost auseinanderzusetzen. Gefördert wird das Projekt durch die Europäische Kommission im Rahmen von deren Förderansatz zum lebenslangen Lernen.

 

Ausdrücklich wird Vegucation sich nicht nur auf die Vermittlung von Kochfertigkeiten, beziehen, sondern ebenfalls Wissen vermitteln zu den gesundheitlichen, ökologischen und ethischen Vorteilen einer vegetarischen und veganen Ernährung.

 

Das Projekt Vegucation dient der Ausbreitung der vegetarischen und veganen Ernährung, indem es die Kompetenzen bei der Zubereitung pflanzlicher Lebensmittel einer künftigen Generation von Köchen und Köchinnen verbessern möchte.

 

Trotz aller Fortschritte und trotz des Trends zur vegetarischen und in letzter Zeit veganen Lebensweise, sind vegetarische und vegane Gerichte nach wie vor nicht in allen Gastronomien verfügbar. Wenn vegetarische oder vegane Gerichte verfügbar sind, schöpfen sie typischerweise nicht die Möglichkeiten aus, die eine vegetarisch-vegane Ernährung geschmacklich und gesundheitlich bieten kann. Besonders ausgeprägt sind dabei die Defizite bei rein veganen Gerichten, deren Fehlen nach wie vor in Gastronomien eher die Regel als die Ausnahme ist.

 

Wenn Köche und Köchinnen künftig in ihrer Ausbildung fundiertes Wissen und fundierte Fertigkeiten auf dem Gebiet der vegetarischen und veganen Kost erwerben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dies mit in ihre künftigen Arbeitsstätten einbringen und so die vegetarische und vegane Kostauswahl in Gastronomiebetrieben erhöhen werden. Dies erleichtert nicht nur Vegetariern und Veganern das Leben, sondern schafft gleichzeitig Anreize für Noch-Fleischesser, die vegetarische und vegane Kost kennen zu lernen.  

 

Nach wie vor ungelöst bleibt freilich das Problem, dass bisher keine rein vegetarische und keine rein vegane Kochausbildung möglich ist. Angehende Köche und Köchinnen sind derzeit noch gezwungen, mit Fleisch, Milch und Eiern zu hantieren und diese für ihre Gerichte zu verwenden. Damit wird aber Menschen, die aus ethischen Gründen die Verwendung von Fleisch und anderen Tierprodukten strikt ablehnen, der Weg in die Kochausbildung verwehrt. Dies ist ein Missstand, der die freie Berufswahl von Vegetariern und Veganern empfindlich einschränkt und der Abhilfe bedarf.

 

Das Projekt Vegucation ist ein hervorragendes Projekt zur weiteren gesellschaftlichen Förderung der vegetarische und veganen Lebensweise, bedarf aber einer Ergänzung im Sinne der Möglichkeit einer rein vegetarischen und rein veganen Kochausbildung.

 

Mit Vegucation beschreiten der VEBU und seine Partner den Weg des Machbaren und verbessern damit gleichzeitig die Aussichten, dass in nicht allzu ferner Zukunft die gesellschaftliche Akzeptanz und Attraktivität der pflanzenbasierten Lebensweise so weit gestiegen sein wird, dass ebenfalls die Möglichkeit einer rein pflanzenbasierten Kochausbildung geschaffen werden wird.

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